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Abhängigkeit der Politik

Politiker sind in höchstem Maße von Medien abhängig. Um eine Wahl gewinnen zu können, reichen ein paar Plakate nicht aus; sie können schlecht polarisieren oder Emotionen rüberbringen. Fernsehen und Internet werden da schon eher wahrgenommen und sind die Massenmedien schlechthin. Nicht umsonst wird Gerhard Schröder zugeschrieben, das er einmal gesagt haben soll, man benötige zum Regieren nur „BILD, Bams und Glotze“.¹

Wahlzettel Wo mache ich bloß mein Kreuz? Sind Wahlen von Medien abhängig - und wenn ja inwiefern? Foto: Pixelio, "OpaRolf"

Immer wieder wird versucht von Medien auf den Einzelnen Einfluss zu nehmen. Mal eher subtil – durch die Handlung eines Films – oder allerdings ganz offensichtlich, wie z.B. in den Werbepausen. Von der Werbung machen allerdings auch die einzelnen Parteien in der Wahlkampfsphase Gebrauch. Viel stärker ist jedoch die Abhängigkeit der Politiker von den Medien, ob Fernsehen , Internet oder Rundfunk spielt dabei keine Rolle.

In Sendungen wie „Monitor“, „WISO“, „Frontal21“ und „Berlin direkt“ sind meist politisch aktuelle Themen in der Debatte, die teilweise einen sehr direkten Rückschluss über die politische Ausrichtung der Macher zulässt. In den genannten Magazinen werden oft kleine Reportagen gezeigt, die die Meinung der Zuschauer konkret lenken soll. So zeigte Beispielsweise „WISO“ einen Beitrag über den Verkauf von „gesundheitsfördernden“-medizinischen Geräten, die aufgrund ihrer Bauweise nicht in Deutschland so hergestellt werden dürfte, Händler diese Geräte jedoch im Ausland günstig beziehen können und dürfen. Soweit ist das sicherlich noch ein neutraler Beitrag, doch „WISO“ lässt gezielt außen vor, dass schon ein paar Wochen nach dem Erscheinen des Beitrags sich die Situation aufgrund einer Gesetzesänderung vermutlich ändern wird. Eine gezielte Manipulation?

Werbefläche Allgegenwärtige Werbung. Nur ist diese Form der Werbung noch Recht offensichtlich. Bei der Politik wird es schon schwieriger. Foto: Pixelio, "basel1"

Einflussnahme von Medien geht allerdings auch direkter beispielsweise bei dem TV-Duell zwischen dem damaligen Kanzler Schröder und dem Kanzlerkandidaten der CSU (Stoiber) oder bei den regelmäßigen Talkrunden wie „Anne Will“. Immerhin hat diese Show das Motto „Politisch denken, persönlich fragen“, was ein gewisses Maß an Sympathie für einen der teilnehmenden Politiker wahrscheinlich mit einschließt. Diese Sympathie des Moderators/der Moderatorin könnte schnell auf die Zuschauer überspringen ohne überhaupt wahrgenommen zu werden. Die Frage hierbei ist, inwiefern sich Wähler wirklich von ihrer schon vorher bestehenden Meinung entfernen.

Und woher kommt die schon vorher bestehende Meinung? Natürlich aus den (Massen-)Medien. Nicht von Ungefähr wird der „Taz“ nachgesagt „Links und Grünen nah“ zu sein, die „Welt“ gilt eher als konservativ und der „FAZ“ wird eher eine SPD-Leserschaft nachgesagt. Der Zeitungsmarkt spiegelt zum Teil die politischen Lager wieder, wenn auch nicht immer direkt und offensichtlich.

¹Der Medienkanzler - Beitrag vom "WDR"

"Wer Politik betreibt, erstrebt Macht." - Max Weber

"Die Politik ist eine Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln." - Grafitti

"Wenn ich zu entscheiden hätte, ob wir eine Regierung ohne Zeitungen oder Zeitungen ohne eine Regierung haben sollten, würde ich ohne Zögern das letztere vorziehen." - Hans-Dietrich Genscher

Medien, Medien - überall nur Medien
Literaturprojekt 2007/2008 von G.Goßmann und F.Wackermann